Man könnte denken, dass Du aufwendige Sportaktivitäten organisieren musst, damit sich ein Kind „richtig bewegt“. In Wirklichkeit reicht eine einfache, aber tägliche Bewegung völlig aus.
Die internationalen Empfehlungen sind ziemlich klar:
- Für Kinder unter 5 Jahren wird empfohlen, mindestens 180 Minuten (also etwa drei Stunden) körperliche Aktivität pro Tag zu erreichen, über den Tag verteilt – davon mindestens 60 Minuten mit mittlerer bis hoher Intensität für die Älteren.
- Für Kinder und Jugendliche von 5 bis 17 Jahren werden mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität mittlerer bis hoher Intensität pro Tag empfohlen.
Und falls Du Dich fragst, was genau damit gemeint ist:
- Mittlere Intensität umfasst Aktivitäten wie zügiges Gehen, Gartenarbeit, Tanzen, Radfahren oder Schwimmen.
- Hohe Intensität sind eher anspruchsvollere Aktivitäten wie Wandern, Laufen, Tennis, Ball- oder Kampfsportarten.
In der Realität werden diese Ziele jedoch noch längst nicht erreicht. In Frankreich hält laut Santé Publique France weniger als jedes zweite Kind diese Empfehlungen ein. Außerdem nimmt Bewegungsmangel mit zunehmendem Alter zu. Man schätzt, dass Kinder im Durchschnitt mehr als zwei Stunden täglich vor einem Bildschirm verbringen – je nach Phase oft sogar deutlich mehr.
Und wenn Du Dich fragst, wie Du bei den Kleinsten auf diese drei Stunden Aktivität kommen sollst: Denk daran, dass damit nicht unbedingt „Sport“ im klassischen Sinne gemeint ist. Du kannst ganz einfache Alltagsbewegungen mitzählen: spielen, tanzen, laufen, klettern, krabbeln… selbst aufstehen und gehen zählt schon.
Mit anderen Worten: Es geht nicht um Leistung, sondern um Abwechslung und Regelmäßigkeit. Ein paar Minuten hier und da, über den ganzen Tag verteilt – das macht bereits einen großen Unterschied. Und oft sind es gerade die einfachsten Momente, in denen Bewegung ganz natürlich entsteht.