2 – Wie hast Du erfahren, dass Du Brustkrebs hast?
SARAH – Um das zu verstehen, müssen wir ein Stück zurückgehen. Meine Tochter hatte einen schweren Unfall in der Kinderkrippe. Zu diesem Zeitpunkt habe ich sie gestillt. Sie war einen Monat lang im Krankenhaus und wollte nichts mehr essen: Sie war völlig verunsichert, konnte nicht mehr laufen, sprach nicht mehr und trank keine Milch mehr.
Daraufhin hatte ich eine Brustentzündung nach der anderen. Nach einem Jahr sagten mir die Hebammen, mit denen ich auf der Geburtsstation arbeite, dass ich das vielleicht einmal untersuchen lassen sollte – auch wenn man denkt, dass Stillen schützt und dass so etwas in so jungen Jahren unmöglich ist.
Ich ließ mich untersuchen, hatte zunächst einen Ultraschall und wurde anschließend zu einer Mammografie überwiesen. Dort erklärte mir der Arzt den Behandlungsplan: Chemotherapie, Mastektomie und anschließend Strahlentherapie.
Nach diesem gerade einmal zweieinhalb Minuten dauernden Termin musste ich mich mental darauf vorbereiten, meine damals zweijährige Tochter abzustillen. Ich musste ihr erklären, dass Mama krank ist und wir mit dem Stillen aufhören müssen, weil sich schlechte Zellen in meinem Körper befinden und die Ärzte mir helfen werden, sie zu bekämpfen.