Vater werden: seinen Platz als zweiter Elternteil finden 🧑‍🧑‍🧒‍🧒

Wenn von der Ankunft eines Kindes die Rede ist, richtet sich die Aufmerksamkeit ganz selbstverständlich auf die Schwangerschaft, die Geburt und die Person, die das Baby austrägt. Doch parallel dazu entsteht auch ein anderer Weg: der des Vaters oder Co-Elternteils. Ein Weg, der oft diskreter und weniger sichtbar ist, aber ebenso reich an Fragen, Emotionen und Veränderungen.

Denn Eltern zu werden bedeutet nicht nur, ein Kind willkommen zu heißen. Es bedeutet auch, schrittweise seinen Platz innerhalb einer neuen familiären und alltäglichen Dynamik zu finden, zu lernen zu begleiten, ohne immer dieselben Erfahrungen zu teilen, und die eigene Art zu entwickeln, Elternteil zu sein.

Zwischen familiärem Erbe, gesellschaftlichem Wandel und der Realität des Alltags hat sich insbesondere die Rolle der Vaterschaft im Laufe der Generationen stark verändert. Umso mehr hat das Team von Tajinebanane zum Vatertag einen Blick darauf geworfen, wie werdende Väter und Co-Eltern diese Rolle erleben, die sich bereits lange vor der Geburt formt.

Devenir père : trouver sa place en tant que deuxième parent 🧑‍🧑‍🧒‍🧒

Die Rolle des Vaters: eine sich ständig wandelnde Geschichte 📖

Die Art und Weise, wie wir Vaterschaft heute verstehen, ist relativ neu. Lange Zeit und in vielen westlichen Gesellschaften nahm der Vater vor allem eine Rolle der Autorität und finanziellen Versorgung ein. Er galt in erster Linie als derjenige, der für das Einkommen des Haushalts sorgte, während die tägliche Betreuung, die gemeinsame Zeit und die Erziehung der Kinder stärker in den Händen der Mutter lagen.

Natürlich war dieses Bild nie universell, und jede Familie hat ihren eigenen Weg gefunden. Dennoch haben sich die gesellschaftlichen Erwartungen an Väter in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert (und das ist durchaus positiv!).

Heute ist die Vaterrolle zunehmend geprägt von Präsenz, Beteiligung und geteilter Verantwortung. Schon während der Schwangerschaft begleiten viele Väter selbstverständlich Arzttermine, sind von Anfang an in die Pflege eingebunden und nehmen eine wichtigere Rolle im Alltag ihrer Kinder ein. Diese Entwicklung spiegelt auch einen umfassenderen Wandel der Familie wider: Die Rolle des Vaters definiert sich nicht mehr nur darüber, was er finanziell beiträgt, sondern auch über die Beziehung, die er zu seinem Kind aufbaut.

Eine Schwangerschaft, die man nicht im eigenen Körper erlebt 🤰

Eine der Besonderheiten auf dem Weg zur Vaterschaft ist, dass er sich weit weniger körperlich greifbar anfühlt. Während die werdende Mutter die körperlichen Veränderungen der Schwangerschaft nach und nach spürt, kann der Vater manchmal das Gefühl haben, in etwas Abstrakterem unterwegs zu sein – und dieser Unterschied ist völlig normal.

Über mehrere Monate hinweg gibt es weder spürbare Bewegungen im eigenen Körper noch tägliche körperliche Veränderungen, die die Ankunft des Babys ständig präsent machen. Einige werdende Väter beschreiben sogar eine gewisse Distanz: Sie wissen, dass sie Eltern werden, können es aber manchmal schwer konkret fassen.

Das bedeutet jedoch keineswegs, dass sie weniger involviert oder weniger verbunden mit ihrem zukünftigen Kind sind – die Bindung entsteht lediglich auf anderen Wegen.

Für manche Väter wird es greifbarer bei Ultraschalluntersuchungen oder wenn sie die ersten Tritte im Bauch spüren. Für andere wird es real, wenn sie das Kinderzimmer vorbereiten, einen Namen auswählen oder sich die ersten gemeinsamen Momente als Familie vorstellen. Jeder werdende Vater geht diesen Übergang in seinem eigenen Tempo.

Präsenz auf andere Weise 🤝

Auch wenn die Schwangerschaft physisch von einer Person getragen wird, betrifft sie dennoch das gesamte Paar und die zukünftige Familie. Der zweite Elternteil spielt dabei ebenso eine zentrale Rolle – nicht, indem er dieselben Erfahrungen macht, sondern indem er als unterstützende und präsente Bezugsperson da ist.

Das zeigt sich in vielen kleinen Gesten des Alltags: zu medizinischen Terminen begleiten, wann immer es möglich ist, sich für die Entwicklungen der Schwangerschaft interessieren, an den Vorbereitungen teilnehmen oder einfach ein offenes Ohr für die Emotionen und Sorgen haben, die entstehen können.

Kurz gesagt: Diese Präsenz misst sich nicht nur an großen Entscheidungen oder besonderen Momenten, sondern entsteht auch in den kleinen Handlungen des Alltags – übernehmen, wenn große Müdigkeit einsetzt, nach einem schwierigen Tag beruhigen oder Gedanken und Fragen rund um die Ankunft des Babys gemeinsam teilen.

Es gibt nicht die eine richtige Art, präsent zu sein. Entscheidend ist vor allem, in dieser gemeinsamen Reise engagiert zu bleiben – auch dann, wenn bestimmte Erfahrungen naturgemäß nicht selbst erlebt werden können.

Eltern werden schon vor der Geburt 👶

Entgegen einer verbreiteten Vorstellung beginnt Elternschaft nicht mit der Geburt des Babys. Sie ist vielmehr ein bedeutender Meilenstein unter vielen, denn bereits davor setzen zahlreiche Veränderungen ein.

Werdende Väter – ebenso wie alle anderen Elternteile – setzen sich mit ihren eigenen Familienbildern auseinander, hinterfragen die Erziehung, die sie weitergeben möchten, oder reflektieren ihr Verhältnis zur eigenen Kindheit.

Diese Zeit wird oft zu einem Raum voller Fragen:

  • Welcher Elternteil möchte ich sein?
  • Was möchte ich weitergeben – und was anders machen?
  • Wie finde ich meinen Platz in diesem neuen Familienleben?

All diese Überlegungen tragen wesentlich zur Entwicklung der eigenen Elternidentität bei. Sie zeigen, dass Vaterschaft ebenso ein emotionaler und psychologischer Prozess ist wie ein familiäres Ereignis.

Vor allem gilt: Es gibt kein einziges richtiges Modell von Elternschaft. Manche Väter finden sich sofort in ihrer Rolle zurecht, andere brauchen mehr Zeit, um ihren Platz zu finden. Einige sprechen offen über ihre Gefühle, andere erleben sie eher zurückhaltend. Auch hier gibt es keinen richtigen oder falschen Weg – denn Vaterschaft entsteht Tag für Tag, durch geteilte Momente, neue Erfahrungen und die ständige Anpassung an das Familienleben.

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Eine Rolle, die über Familienmodelle hinausgeht

Wenn der Vatertag dazu dient, die Vaterfiguren zu würdigen, erinnert er zugleich daran, dass jede Familie ihre eigene Geschichte schreibt. Heute wachsen manche Kinder mit Mutter und Vater auf, andere mit zwei Vätern, zwei Müttern, einem alleinerziehenden Elternteil, einem Stiefelternteil oder in einer Co-Elternschaft.

Aus diesem Grund entscheiden sich einige Schulen mittlerweile dafür, statt Mutter- oder Vatertag lieber „den Tag der Menschen, die wir lieben“ zu feiern.

Im Grunde zählt für das Kind nicht nur die Rolle, die im Stammbaum steht, sondern vor allem die Qualität der Beziehung, die von Anfang an aufgebaut wird. Da sein, begleiten, zuhören, beruhigen, teilen – all diese Gesten geben dieser Elternrolle ihren eigentlichen Sinn, unabhängig davon, wie sie konkret benannt wird.

Schlusswort

Der Weg zum Co-Elternteil ist oft weniger sichtbar als der der Mutter, aber keineswegs weniger bedeutend. Auch wenn der Vater oder zweite Elternteil die Schwangerschaft nicht körperlich erlebt, durchläuft er sie auf seine eigene Weise – mit eigenen Emotionen, Fragen und Veränderungen.

Im Laufe der Generationen hat sich die Rolle der Väter stark gewandelt. Heute steht sie zunehmend für Präsenz, Begleitung und den Aufbau einer Bindung. Eine Präsenz, die nicht darin besteht, dieselbe Erfahrung zu machen wie der andere Elternteil, sondern aktiv an diesem neuen Familienabenteuer teilzunehmen.

Denn Eltern zu werden ist keine Rolle, die man von einem Tag auf den anderen erhält – es ist ein Weg, der sich Schritt für Schritt entwickelt, lange vor der Geburt und dann während des gesamten Lebens des Kindes. 💛