Wie wird der Muttertag auf der ganzen Welt gefeiert? 🌏

In Frankreich verbindet man den Muttertag oft mit den liebevoll gebastelten Geschenken der Kinder aus der Schule, sorgfältig gepflückten Blumensträußen oder einem gemeinsamen Sonntagsessen im Kreis der Familie. Doch hinter diesem vertrauten Fest verbergen sich je nach Land ganz unterschiedliche Traditionen.

Manche Bräuche reichen mehrere Jahrhunderte zurück, andere sind mit historischen oder religiösen Persönlichkeiten verbunden, und wieder andere gleichen sogar echten Volksfesten. Eines jedoch bleibt überall gleich: Mütter nehmen weltweit einen ganz besonderen Platz im Herzen ihrer Familien ein – und das wird auf vielfältige Weise zum Ausdruck gebracht.

Deshalb nimmt Dich das Team von Tajinebanane zum Muttertag mit auf eine Reise durch fünf Kulturen, die Mütter feiern – jede auf ihre ganz eigene Art. 💛

1. Im Vereinigten Königreich: eine Tradition aus dem Mittelalter 🏰

Lange bevor es den Muttertag in seiner heutigen Form gab, feierten die Briten bereits den Mothering Sunday – einen Brauch, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen und der ursprünglich gar nicht den Müttern gewidmet war.

Damals waren die Gläubigen eingeladen, am vierten Sonntag der Fastenzeit in ihre „Mutterkirche“ zurückzukehren – also in die Kirche, in der sie getauft worden waren und die deshalb eine besondere Bedeutung für ihr geistliches Leben hatte.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich dieser Tag zu einer Gelegenheit, die Familie zu besuchen – insbesondere die Mutter.

Heute sind religiöse Wallfahrten längst durch Grußkarten, Blumen und gemeinsame Familienessen ersetzt worden. Der Name Mothering Sunday ist jedoch bis heute erhalten geblieben und bezeichnet in Großbritannien weiterhin den Muttertag. Damit zählt diese Tradition zu den ältesten Muttertagsbräuchen der westlichen Welt.

2. In Mexiko steht am Muttertag das ganze Land still 🇲🇽

Wenn es ein Land gibt, in dem der Muttertag besonders groß gefeiert wird, dann ist es wohl Mexiko.

Jedes Jahr wird der Día de las Madres am 10. Mai begangen – unabhängig davon, auf welchen Wochentag das Datum fällt. Dieser feste Termin besteht bereits seit 1922 und ist heute fest in der mexikanischen Kultur verankert.

Die Feierlichkeiten beginnen häufig schon am frühen Morgen. In manchen Familien erklingt bereits beim Aufstehen das traditionelle Lied Las Mañanitas, gesungen von den Kindern oder sogar von Mariachi-Musikern, die die Mütter musikalisch wecken.

Wer am 10. Mai einmal in Mexiko ist, wird schnell feststellen, welchen Stellenwert dieser Tag hat: Restaurants sind oft schon Tage im Voraus ausgebucht, Schulen veranstalten Aufführungen zu Ehren der Mütter, und vielerorts finden Gottesdienste statt, die der Jungfrau von Guadalupe, einem Symbol der Mutterschaft, gewidmet sind.

Der 10. Mai ist in Mexiko weit mehr als nur ein Feiertag – er ist ein bedeutender Familientag, an dem mehrere Generationen im ganzen Land zusammenkommen.

3. In Japan erzählen Nelken eine Geschichte 🌸

In Japan heißt der Muttertag Haha no Hi („Tag der Mütter“) und wird – wie in den USA – seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs am zweiten Sonntag im Mai gefeiert. Schon zuvor gab es jedoch ähnliche Feierlichkeiten. So wurde in den 1930er-Jahren der Geburtstag von Kaiserin Kōjun, der Mutter des damaligen Kaisers, besonders gewürdigt.

Heute stehen vor allem Blumen im Mittelpunkt. Die Nelke gilt in Japan als Symbol der mütterlichen Liebe, der Fürsorge und der Dankbarkeit. In den Wochen vor dem Muttertag schmücken Floristen ihre Schaufenster mit liebevoll gestalteten Blumenarrangements für diesen besonderen Anlass. 💐

In Japan geht es dabei weniger um große oder kostspielige Geschenke als vielmehr um aufrichtige Gesten der Wertschätzung. Im Land der aufgehenden Sonne gilt es als besonders wichtig, den Eltern bewusst für ihre tägliche Fürsorge und ihre Opfer zu danken.

Wenn Du also einmal einen Muttertag in Japan erlebst, kann ein schlichter Strauß Nelken weit mehr ausdrücken, als es auf den ersten Blick scheint. 💮

4. In Thailand ist der Muttertag zugleich Nationalfeiertag 💙

Der thailändische Muttertag ist eng mit der jüngeren Geschichte des Landes verbunden. Er wird jedes Jahr am 12. August, dem Geburtstag der modernen Königin Sirikit, gefeiert.

Über viele Jahrzehnte hinweg wurde Königin Sirikit als mütterliche Symbolfigur der Nation angesehen. Deshalb ist ihr Geburtstag zugleich der Tag, an dem allen Müttern Thailands besondere Anerkennung entgegengebracht wird.

Zu diesem Anlass erstrahlt das ganze Land in Blau, der Farbe, die traditionell mit der Königin verbunden wird. Viele Thailänderinnen und Thailänder schenken ihren Müttern außerdem Jasminblüten, deren weiße Blüten Reinheit, Liebe und mütterliche Fürsorge symbolisieren.

Im ganzen Land finden öffentliche Zeremonien, gemeinschaftliche Veranstaltungen und beeindruckende Lichtinstallationen statt. Mancherorts nehmen Kinder an traditionellen Ritualen teil, bei denen sie vor ihrer Mutter niederknien, um ihre Dankbarkeit und ihren Respekt auszudrücken.

Aus europäischer Sicht mag diese Geste sehr feierlich wirken. In Thailand spiegelt sie jedoch einen zentralen Wert der Kultur wider: den tiefen Respekt gegenüber Eltern und älteren Menschen.

5. In Äthiopien wird mehrere Tage lang mit Gesang, Tanz und Familienfesten gefeiert 🎶

Die äthiopische Tradition gehört sicherlich zu den außergewöhnlichsten in diesem Überblick.

Nach dem Ende der Regenzeit feiern die Menschen in Äthiopien Antrosht, ein dreitägiges Fest zu Ehren der Mütter.

Während dieser Tage kommen Familien zusammen und genießen große gemeinsame Mahlzeiten, die häufig von den Kindern für ihre Mütter zubereitet werden. Kinder, die weit entfernt leben, nehmen dafür oft lange Reisen auf sich, um nach Hause zurückzukehren. Jede und jeder bringt Zutaten mit, aus denen anschließend gemeinsam gekocht wird, und die Feierlichkeiten dauern mehrere Tage an.

Gesang spielt während des Antrosht-Festes eine besonders wichtige Rolle. Töchter singen häufig Lieder zu Ehren ihrer Mutter, während Männer die Feier mit Musik und Tanz begleiten.

In Äthiopien stehen daher nicht Geschenke im Mittelpunkt des Muttertags. Entscheidend ist vielmehr das Wiedersehen mit der Familie und das Feiern der Verbindung zwischen den Generationen. 🌳

Ob mit einem Nelkenstrauß in Japan, einem festlichen Familienessen in Mexiko oder einem großen Wiedersehen in Äthiopien – der Muttertag erzählt überall auf der Welt dieselbe Geschichte: die besondere Verbindung zwischen einer Mutter und ihren Kindern.

Zwar unterscheiden sich die Traditionen und die Termine von Land zu Land, doch der Gedanke dahinter bleibt derselbe: sich einen Moment Zeit zu nehmen, um all jenen zu danken, sie zu feiern und ihnen Wertschätzung zu zeigen, die ihren Kindern jeden Tag so viel Liebe und Fürsorge schenken. 🤱

Bei Tajinebanane liegt uns dieser Gedanke besonders am Herzen. Denn hinter jeder Kultur, jedem Brauch und jedem Fest stehen vor allem Mütter, die es verdienen, gefeiert, unterstützt und verwöhnt zu werden – und zwar das ganze Jahr über, nicht nur am Muttertag. 💛

@tajinebanane.de
Geschrieben von Bertrand Lamy