Stillen und Wiedereinstieg in den Beruf: Wie lässt sich beides vereinbaren? 🍼

Nachdem Du Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre mit Deinem Kind verbracht hast, kommt für viele irgendwann der Moment, wieder in den Beruf einzusteigen. Und als würde die neue Organisation nicht schon genug Fragen mit sich bringen, kommt für stillende Mamas oft noch eine weitere hinzu: Wie kann ich weiterstillen, wenn ich wieder arbeite?

Solltest Du anfangen abzupumpen? Einen Milchvorrat anlegen? Dein Kind an die Flasche gewöhnen? Kannst Du auch am Arbeitsplatz Milch abpumpen? Und vor allem: Ist es überhaupt möglich, weiterzustillen, wenn Du jeden Tag mehrere Stunden von Deinem Kind getrennt bist?

Das Wichtigste zuerst: Der Wiedereinstieg in den Beruf bedeutet nicht automatisch, dass Du abstillen musst. Abgepumpte Muttermilch, eine Kombination aus Stillen und Säuglingsnahrung, Stillmahlzeiten in der gemeinsamen Zeit oder schrittweises Abstillen – je nach Deinem Alltag, Deinem Kind und vor allem Deinen eigenen Wünschen gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Doch wie kannst Du Dich auf diese neue Phase vorbereiten? Welche Rechte hast Du als stillende Mutter am Arbeitsplatz? Und wie lässt sich das alles in einer Zeit organisieren, in der sich ohnehin gerade vieles verändert? Bei Tajinebanane haben wir dafür einen Ratgeber zum Stillen beim Wiedereinstieg in den Beruf zusammengestellt – und auch hier im Artikel haben wir die wichtigsten Punkte für Dich zusammengefasst.

Weiterstillen trotz Wiedereinstieg in den Beruf? Das geht! 💼

Meistens steht der Wiedereinstieg vor der Tür, wenn Ihr Euren Rhythmus bereits gefunden habt und sich auch das Stillen eingespielt hat – und schon ist es so weit und ein neuer Alltag beginnt. Dass Ihr tagsüber voneinander getrennt seid, bedeutet aber nicht zwangsläufig das Ende Eurer Stillzeit.

Du kannst zum Beispiel Milch abpumpen, die Deinem Kind während Deiner Abwesenheit gegeben wird, Stillen und Säuglingsnahrung miteinander kombinieren oder hauptsächlich morgens, abends, nachts und an den Tagen stillen, die Ihr gemeinsam verbringt. Es gibt viele Möglichkeiten.

Es gibt dabei nicht den einen richtigen Weg: Entscheidend ist, welche Lösung zu Dir, Deinem Kind und Eurem Alltag passt.

Stillen am Arbeitsplatz: Welche Rechte hast Du? 📓

Stillen am Arbeitsplatz: Welche Rechte hast Du? 📓

In Deutschland haben stillende Arbeitnehmerinnen während der ersten zwölf Monate nach der Geburt Anspruch auf bezahlte Stillzeiten während der Arbeitszeit. Dein Arbeitgeber muss Dich dafür mindestens zweimal täglich für 30 Minuten oder einmal täglich für eine Stunde freistellen. Bei einer zusammenhängenden Arbeitszeit von mehr als acht Stunden gelten längere Stillzeiten. Diese Zeit kannst Du zum Stillen oder zum Abpumpen Deiner Milch nutzen.

Wichtig zu wissen: Die Stillzeiten werden nicht von Deinen regulären Pausen abgezogen, müssen nicht nachgearbeitet werden und dürfen nicht zu einem Verdienstausfall führen.

Am besten sprichst Du frühzeitig mit Deinem Arbeitgeber darüber, dass Du weiterstillen möchtest und wie sich die Still- oder Abpumpzeiten in Deinen Arbeitsalltag integrieren lassen. Je nach Deiner persönlichen Situation können darüber hinaus individuelle Lösungen wie Homeoffice, angepasste Arbeitszeiten oder Teilzeit infrage kommen – auch wenn darauf nicht automatisch aufgrund des Stillens ein Anspruch besteht.

Wie kannst Du am Arbeitsplatz Milch abpumpen? 🏢

Das Ziel ist vor allem, eine Lösung zu finden, die zu Deinem Körper, Deinem Alltag und Deinem Arbeitsumfeld passt. Manche Mamas pumpen während ihres Arbeitstages ein- oder mehrmals Milch ab, während andere beispielsweise durch Homeoffice oder eine Kinderbetreuung in der Nähe mehr Stillmahlzeiten beibehalten.

Wenn Du regelmäßig Milch abpumpst, kann eine elektrische Milchpumpe – eventuell mit Doppelpumpsystem – Zeit sparen. Für gelegentliches Abpumpen kann hingegen eine kompakte und leise Handmilchpumpe ausreichen. Bei Tajinebanane findest Du die Milchpumpen von Elvie.

Auch Dein Komfort spielt eine wichtige Rolle. Eine nicht richtig passende Brusthaube kann das Abpumpen unangenehm oder schmerzhaft machen. Um den Milchspendereflex zu unterstützen, kannst Du es Dir bequem machen, ein Foto oder Video Deines Kindes anschauen, Deine Brust sanft massieren oder warme Kompressen verwenden. Auch eine feste Routine kann mit der Zeit helfen.

Manchen Mamas fällt das Abpumpen von Anfang an leicht, während andere etwas Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen. Denk daran: Es gibt nicht die eine Methode, die für alle funktioniert.

Wie bewahrst Du abgepumpte Muttermilch bei der Arbeit auf? 💧

Wenn der Wiedereinstieg in den Beruf näher rückt, kann ein kleiner Vorrat an Muttermilch im Gefrierschrank den Alltag erleichtern. Aber keine Sorge: Du musst keinesfalls einen riesigen Vorrat anlegen. Es ist genauso möglich, die Milch jeweils am Vortag für den nächsten Tag abzupumpen.

Nach dem Abpumpen sollte die Muttermilch unter geeigneten Bedingungen aufgefangen, aufbewahrt und transportiert werden. Frisch abgepumpte Muttermilch kann im Kühlschrank bei maximal 4 °C bis zu 48 Stunden aufbewahrt werden – am besten im kältesten Bereich und nicht in der Kühlschranktür. Für eine längere Aufbewahrung kann sie bei −18 °C bis zu vier Monate eingefroren werden.

Wenn Du Milch aus mehreren Pumpsitzungen zusammen aufbewahren möchtest, solltest Du die frisch abgepumpte Milch zunächst abkühlen lassen, bevor Du sie zu bereits gekühlter Milch gibst. Notiere außerdem Datum und Uhrzeit des ersten Abpumpens sowie den Namen Deines Kindes, wenn die Milch für die Kinderbetreuung bestimmt ist.

Zum Auftauen stellst Du die Milch am besten einige Stunden vor der Verwendung in den Kühlschrank. Einmal aufgetaute Muttermilch sollte innerhalb von 24 Stunden verbraucht und nicht erneut eingefroren werden. Auf die Mikrowelle solltest Du verzichten, da die Milch darin ungleichmäßig erhitzt werden kann und dadurch Verbrennungsgefahr besteht. Für den Transport zwischen Arbeitsplatz und Zuhause kannst Du bei Bedarf eine Kühltasche mit Kühlakku verwenden und die Milch anschließend möglichst schnell wieder in den Kühlschrank stellen.

Und wenn Dein Kind die Flasche verweigert? 👶

Das ist eine der großen Sorgen vor dem Wiedereinstieg: „Mein Kind hat bisher nicht aus der Flasche getrunken – wie soll das ohne mich funktionieren?“

Das Wichtigste zuerst: Die Flasche ist nicht die einzige Möglichkeit, Deinem Kind Muttermilch zu geben. Je nach Alter und Fähigkeiten Deines Kindes kommen beispielsweise auch eine Tasse, ein Becher, ein Löffel oder andere geeignete Trinkbehälter infrage.

Wenn Ihr Euch für die Flasche entscheidet, lass Dein Kind den Sauger in Ruhe kennenlernen, ohne ihn ihm aufzudrängen. Halte die Flasche möglichst waagerecht, damit die Milch nicht zu schnell fließt. Wenn Dein Kind die Flasche bei Dir ablehnt, kann auch eine andere Person versuchen, sie ihm anzubieten.

Und denk daran: Die Umstellung muss nicht von heute auf morgen funktionieren. Ihr könnt Euch langsam herantasten, und auch die Person, die Dein Kind später betreut, kann es bei dieser Gewöhnung begleiten.

Finde die Lösung, die zu Dir und Deinem Alltag passt 🤝

Milch am Arbeitsplatz abzupumpen, ist nicht für jede Mama die passende Lösung. Weiterzustillen kann auch bedeuten, Stillen und Pre-nahrung miteinander zu kombinieren: Du behältst die Stillmahlzeiten bei, wenn Du mit Deinem Kind zusammen bist, und während Deiner Abwesenheit bekommt es Säuglingsnahrung. Deine Milchbildung kann sich nach und nach an diesen neuen Rhythmus anpassen.

Sprich am besten auch frühzeitig mit der Kinderbetreuung über die Gewohnheiten Deines Kindes, die verwendeten Trinkbehälter und die Aufbewahrung der Muttermilch. Unser Tajinebanane-Ratgeber enthält dafür ein praktisches Infoblatt, auf dem Du alle wichtigen Informationen für die Kita, Tagesmutter oder andere Betreuungspersonen festhalten kannst.

Ein letzter Gedanke für einen entspannten Wiedereinstieg 🫶

Stillen und Wiedereinstieg in den Beruf miteinander zu verbinden, braucht meist ein wenig Anpassung. Zwischen Abpumpen, Arbeitszeiten, Aufbewahrung der Muttermilch und der Organisation mit der Kinderbetreuung ist es ganz normal, dass es etwas dauert, bis sich ein neuer Rhythmus einspielt.

Der Wiedereinstieg in den Beruf bedeutet aber nicht automatisch das Ende Deiner Stillzeit. Milch abpumpen, bestimmte Stillmahlzeiten beibehalten, Stillen und Säuglingsnahrung kombinieren oder nach und nach abstillen – es gibt verschiedene Möglichkeiten, und was für Euch funktioniert, kann sich mit der Zeit verändern.

Und vergiss nicht: Eine Lösung, die auf dem Papier perfekt klingt, muss sich im Alltag nicht genauso gut anfühlen. Du darfst sie jederzeit anpassen. Denn am Ende bleibt das Wichtigste: Die beste Lösung ist die, die zu Dir, Deinem Kind und Eurem Alltag passt. 💛

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@tajinebanane

Sources : 

https://cdn.shopify.com/s/files/1/0304/9970/0873/files/Tajinebanane_Dossier_Allaitement_Reprise_Travail_V10.pdf?v=1634304089

https://www.1000-premiers-jours.fr/fr

https://www.service-public.gouv.fr/particuliers/vosdroits/F1769 

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung. Bei Fragen oder Unsicherheiten wende Dich bitte an Deine Hebamme, Deine Ärztin oder Deinen Arzt oder an eine qualifizierte Still- und Laktationsberatung. Tajinebanane übernimmt keine Haftung für die Anwendung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen.