Stillen: Wie kann man sein Baby erfolgreich abstillen?

Nach der Stillzeit stellt das Abstillen oft einen wichtigen und emotionalen Schritt dar. Ob dieser Moment kommt, weil er sich für Dich richtig anfühlt, weil die Rückkehr zur Arbeit näher rückt oder einfach, weil sich Deine Bedürfnisse oder die Deines Babys verändern – das Abstillen ist ein neues Kapitel, das viele Fragen aufwirft. Ist Dein Baby wirklich bereit? Wie kannst Du diesen Schritt gehen, ohne Schuldgefühle zu haben? Und vor allem: Wie lässt sich dieser Übergang gestalten, ohne weder Dein Kind noch Dich selbst zu überfordern?

Bei Tajinebanane erinnern wir immer daran, dass es beim Stillen keine allgemeingültige Regel gibt – und erst recht kein „perfektes“ Abstillen. Es gibt nur Familien, Rhythmen und Gefühle … und die sind alle einzigartig. Um Dir zu helfen, diesen Schritt gelassen anzugehen, möchten wir einige Tipps und Anregungen mit Dir teilen, damit Du das Abstillen sanft, achtsam und mit viel Wohlwollen erleben kannst.

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Ab wann kann man das Abstillen in Betracht ziehen? 📆

Es gibt kein ideales Alter, um über das Abstillen Deines Kindes nachzudenken. Manche Babys lösen sich im Laufe der Monate ganz von selbst von der Brust, während andere mehr Zeit brauchen. Ein Abstillen kann schrittweise oder eher schnell erfolgen, es kann freiwillig gewählt oder manchmal auch ein wenig notwendig sein … und all diese Gründe sind völlig legitim.

Worauf es vor allem ankommt, ist, Deine Bedürfnisse ebenso zu berücksichtigen wie die Deines Babys. Wachsende Müdigkeit, berufliche Verpflichtungen, körperliche Beschwerden, der Wunsch, Deinen Körper anders zurückzugewinnen … es gibt keine „richtige“ oder „falsche“ Situation (😉).

Wenn Du trotzdem eine Orientierung haben möchtest: Dein Baby wird in der Regel erst ab etwa 18 Monaten selbst das Abstillen initiieren. Allgemein empfiehlt die WHO, in den ersten 6 Monaten ausschließlich zu stillen und danach ein Gleichgewicht zwischen Stillen und Beikost bis etwa 2 Jahre zu finden.

Für ein sanftes Abstillen, Schritt für Schritt … 🌱

Der Schlüssel zu einem ruhigen Abstillen ist oft die Schritt-für-Schritt-Annäherung. Man beginnt damit, nach und nach einzelne Stillmahlzeiten zu ersetzen, damit sich Dein Körper sanft anpassen kann und das Baby gleichzeitig Zeit hat, neue Orientierungspunkte zu finden.

Anschließend können weniger „symbolische“ Stillmahlzeiten reduziert werden – zum Beispiel die Mahlzeit am Tag –, um die emotional besonders wichtigen Momente beizubehalten, wie etwa das Stillen vor dem Schlafengehen.

Nach und nach lernt Dein Baby, sich anders zu ernähren, aber auch auf andere Weise Trost zu finden. Eine Umarmung, ein Lied, ein Blick oder einfach ein ruhiger Moment, den Du mit Deinem Kind teilst – all das kann die intensive Verbindung der Stillmahlzeit ersetzen.

Und dabei Dein Baby und seine Gefühle begleiten 💛

Das Ende der Stillzeit ist nicht nur ein Schritt in Bezug auf die Ernährung Deines Kindes – es ist auch ein emotionaler Moment. Die Brust ist schließlich auch eine Quelle von Trost, Wärme und Sicherheit. Es ist daher völlig normal, dass Dein Baby Widerstand zeigt, weint oder ein stärkeres Nähebedürfnis hat als sonst.

In solchen Momenten ist Zuhören entscheidend: Worte finden, beruhigen, präsent bleiben, Alternativen anbieten, ohne zu drängen – all das hilft, den Übergang sanfter zu gestalten (sowohl für Dich als auch für Dein Baby).

Da jedes Baby anders reagiert und manche mehr Zeit brauchen als andere, sei gewiss: alles, was passiert, ist vollkommen normal. Manchmal kann das Abstillen trotz aller Vorbereitung schwieriger sein, als man gedacht hätte. Das Baby wirkt noch nicht bereit, Du zweifelst, Du änderst Deine Meinung … Auch hier gilt: Keine Panik, kein Selbstvorwurf. Es ist immer möglich, langsamer vorzugehen, eine Pause einzulegen oder sogar einen Schritt zurückzugehen, wenn es nötig ist.

Stillen und Abstillen verlaufen nicht geradlinig. Es sind Anpassungsgeschichten, die sich unterwegs entwickeln – Du bist nicht festgelegt auf einen bestimmten Weg.

Und wenn das Abstillen die Gewohnheiten Deines Babys durcheinanderbringt?

Das Abstillen kann manchmal den Alltag Deines Kindes (und auch Deinen) ordentlich auf den Kopf stellen – und das ist völlig normal. Die Einführung der Flasche, genauso wie das schrittweise Wegfallen der Stillmahlzeiten, kann eine wichtige Anpassungszeit erfordern.

Manche Babys verweigern zunächst sogar die Flasche. In diesem Fall ist es nicht nötig, etwas zu erzwingen. Du kannst zum Beispiel die Flasche anbieten, wenn Dein Baby entspannt ist, verschiedene Sauger ausprobieren oder sogar eine andere Person als die stillende Bezugsperson die Flasche geben lassen (nicht immer einfach, kann aber helfen).

Wenn die Flasche gar nicht klappt, gibt es je nach Alter des Kindes andere Alternativen: Tasse, Glas, Löffel oder Pipette … Auch hier gilt: Jedes Baby muss sein eigenes Tempo finden.

Der Schlaf kann ebenfalls vom Abstillen beeinflusst werden. Da Stillen oft mit Einschlafen oder Trost verbunden ist, kann Dein Baby zunächst nachts unruhiger sein oder mehr Nähe brauchen. Neue kleine Rituale können dann helfen: ein beruhigendes Einschlafritual mit einer Umarmung, einem Lied oder einem ruhigen gemeinsamen Moment, um Sicherheit auf andere Weise zu geben.

Während des Abstillens werden Gewohnheiten nach und nach neu erfunden. Mit Geduld und viel Sanftheit wird am Ende jede:r seine neuen Orientierungspunkte finden – in Deinem Tempo und ganz sicher. 💌

Schlusswort ✨

Ein erfolgreiches Abstillen folgt keinem festen Schema. Es geht vor allem darum, Dein Baby aufmerksam zu begleiten, auf Dich selbst zu hören und im eigenen Tempo voranzugehen.

Wenn das Abstillen das Ende eines wichtigen Abschnitts markiert, ist es vor allem der Beginn vieler neuer Erfahrungen. Vertraue Dir selbst. Du kennst Dein Baby besser als jede:r andere, und so wird am Ende alles gut laufen. 💛

Brauchst Du Unterstützung?

Wenn Du eine persönliche Begleitung benötigst, zögere nicht, eine qualifizierte Gesundheitsfachperson zu kontaktieren. Du bist in diesem Abenteuer niemals allein.

geschrieben von Bertrand Lamy

@tajinebanane.de